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Häufige Fragen


Wie funktioniert die Filmförderungsmaßnahme?

FISA – Filmstandort Austria ist das Förderungsprogramm des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zur Unterstützung von Kinofilmproduktionen. Es werden österreichische Produktionen, österreichisch-ausländische Koproduktionen und internationale Produktionen (Serviceproduktionen) im Rahmen der Herstellung unterstützt. Die Förderung ist mit einem Jahresbudget von 7,5 Mio. Euro ausgestattet.

Mit der Abwicklung der Förderungsmaßnahme sind die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) und Location Austria, eine Abteilung der ABA – Invest in Austria betraut. Die aws trägt die Gesamtverantwortung für die Prüfung der wirtschaftlichen Förderungsvoraussetzungen sowie für die Koordination der administrativen Abwicklung der Förderung. Location Austria ist für die Durchführung des kulturellen Eigenschaftstests und für die Beurteilung allgemeiner und filmspezifischer Aspekte der eingereichten Projekte zuständig. Im Falle einer internationalen Produktion ist vor Einreichung des Projekts ein Beratungsgespräch mit Location Austria zu führen.

Die oder der Förderungswerbende und das zu fördernde Filmprojekt müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Ein zentrales Beurteilungskriterium ist der Eigenschaftstest. Der nicht rückzahlbare Zuschusses bemisst sich an der Höhe der förderungsfähigen Herstellungkosten.

Die Gewährung der Förderung erfolgt nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Budgetmittel nach dem Prinzip „first come, first served“.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses beträgt für österreichische Produktionen bis zu 20 Prozent der förderungsfähigen Herstellungskosten, bis zu 25 Prozent für österreichisch-ausländische Koproduktionen sowie 30 Prozent für internationale Produktionen (Serviceproduktionen). 

Die Bemessungsgrundlage für die Höhe des Zuschusses beträgt höchstens 80 Prozent der Gesamtherstellungskosten.

Die Fördersumme pro Projekt darf aber nicht einen Betrag überschreiten, der 15 Prozent der jährlich zur Verfügung stehenden Förderungsmittel entspricht. Im Falle eines Nachwuchsfilms (Spielfilm) ist die Fördersumme mit max. EUR 250.000.- pro Projekt begrenzt. Für die Förderung von Nachwuchsfilmen können insgesamt bis zu 10 Prozent der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel verwendet werden.

Der Zuschuss für österreichische Produktionen und Koproduktionen kann unabhängig davon im Rahmen des so genannten Gender Gap Financing um einen Pauschalbetrag von bis zu EUR 25.000.- erhöht werden, wenn das Filmprojekt einen definierten Zielwert an weiblichen Beschäftigten erreicht und ein enstprechender Finanzierungsbedarf gegeben ist.

Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Das Filmprojekt muss den kulturellen Eigenschaftstest bestehen, der in den Förderungsrichtlinien vorgeschrieben ist.

Unterstützt werden ausschließlich programmfüllende Kinofilme mit einer Vorführdauer von mindestens 70 Minuten, bei Kinderfilmen mindestens 59 Minuten betragen.

Österreichische Produktion:

a) Gesamtherstellungskosten von mindestens EUR 2 Mio. bei Spielfilmen (EUR 1 Mio. bei Nachwuchsfilmen) und EUR 330.000.- bei Dokumentarfilmen

b) förderungsfähige Herstellungskosten von mindestens EUR 1 Mio. bei Spielfilmen (EUR 800.000.- bei Nachwuchsfilmen) und EUR 100.000.- bei Dokumentarfilmen

c) Bei Spielfilmen sind mindestens 5 realen Drehtage in Österreich erforderlich. Ausgenommen Animationsfilme und animierte Filme

Österreichisch-ausländische Koproduktion:

a) siehe öst. Produktion

b) förderungsfähige Herstellungskosten von mindestens EUR 800.000.- bei Spielfilmen und EUR 80.000.- bei Dokumentarfilmen

c) siehe öst. Produktion

Internationale Produktion (Serviceproduktion):

a) Gesamtherstellungskosten von mindestens EUR 4 Mio. bei Spielfilmen und EUR 500.000.- bei Dokumentarfilmen

b) förderungsfähige Herstellungskosten von mindestens EUR 200.000.- bei Spielfilmen und EUR 80.000.- bei Dokumentarfilme

c) siehe öst. Produktion

WAS GILT ES BEI INTERNATIONALEN PRODUKTIONEN (SERVICEPRODUKTIONEN) ZU BEACHTEN?

Der nicht rückzahlbare Zuschuss beträgt bis zu 30 Prozent der förderungsfähigen Herstellungskosten und grundsätzlich max. 15 Prozent der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel. 

Internationale Produktionen müssen im Falle von Spielfilmen mindestens EUR 200.000.- und im Falle von Dokumentarfilmen mindestens EUR 80.000.- an förderungsfähigen Herstellungskosten nachweisen.

Die Gesamtherstellungskosten bei Spielfilmen müssen mindestens EUR 4 Mio. und bei Dokumentarfilmen EUR 500.000.- betragen.

Darüber hinaus sind bei Spielfilme Dreharbeiten in Österreich von zumindest fünf realen Drehtagen erforderlich. Davon ausgenommen sind Animationsfilme und animierte Filme.

Um sich für eine Förderung zu qualifizieren, muss eine internationale Produktion mindestens 38 von 76 möglichen Punkten im Eigenschaftstest erzielen und zwei Kriterien im Teil A "Kultureller Inhalt" erfüllen.

Internationale Produktionen sollen für eine internationale Kino-Auswertung bestimmt und geeignet sein. Für den Nachweis einer verpflichtenden Sprachfassung des Films ist eine untertitelte Fassung in einer offiziellen Sprache des EWR ausreichend.

Die oder der Förderungswerbende ist das ausführende Produktionsunternehmen, welches sowohl für die Zusammenstellung der technischen und künstlerischen Mittel zur Umsetzung als auch zur Sicherstellung der Herstellung und deren Überwachung verpflichtet und für die hierfür anfallenden Herstellungskosten in Österreich verantwortlich ist. 

Die oder der Förderungswerbende hat an der Finanzierung des Vorhabens einen Eigenanteil zu tragen, der nicht durch öffentliche Mittel finanziert sein darf. Der Eigenanteil hat dem Umfang des Vorhabens und den Möglichkeiten der oder des Förderungswerbenden angemessen zu sein. 

Vor Antragstellung ist ein Beratungsgespräch mit Location Austria zu führen.

Was gilt es bei Koproduktionen zu beachten?

Koproduktionen müssen den Bestimmungen eines diesbezüglichen zwischenstaatlichen Filmabkommens entsprechen. Liegt ein solches Abkommen nicht vor, muss das Projekt eine österreichische lizenzrechtliche, finanzielle, künstlerische und technische Beteiligung von mindestens 20 Prozent aufweisen. Eine vorläufige Anerkennung der Koproduktion durch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ist Voraussetzung für die Antragstellung.

Was zählt zu den förderungsfähigen Herstellungskosten?

Zu den förderungsfähigen Herstellungskosten zählen jene österreichischen Herstellungskosten, die dem geförderten Filmprojekt eindeutig zurechenbar sind, unter folgenden Voraussetzungen:

a) Personengebundene Leistungen: Löhne, Gehälter, Gagen und Honorare werden anerkannt, wenn und soweit sie in Österreich Gegenstand der unbeschränkten oder beschränkten Steuerpflicht sind. 

b) Unternehmensgebundene Leistungen werden anerkannt, wenn das die Leistung erbringende Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistungserbringung und der Rechnungslegung nachweislich seinen Geschäftssitz oder eine Niederlassung in Österreich hat und eine Gewerbeberechtigung vorliegt und die detaillierte Rechnungslegung der Leistung über das Unternehmen oder die Niederlassung an die oder den Förderungswerbenden erfolgt.

WIE QUALIFIZIERT SICH MEIN UNTERNEHMEN FÜR EINE FÖRDERUNG?

Als Förderungswerbende kommen fachlich, das heißt künstlerisch und wirtschaftlich ausreichend qualifizierte und erfahrene sowie unabhängige Filmproduktionsunternehmen mit einer Betriebsstätte oder Zweigniederlassung in Österreich, und zwar unabhängig von deren Firmenstandort, solange dieser innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes liegt.

Die oder der Förderungswerbende muss als Unternehmen oder als Person in der Funktion als Produzentin oder Produzent in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung mindestens einen vergleichbaren Referenzfilm in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum hergestellt und kommerziell angemessen verwertet haben.

Einem Unternehmen in Schwierigkeiten wird gemäß Artikel 1 Absatz 4 lit c AGVO keine Förderung gewährt.

Wie besteht mein Filmprojekt den Eigenschaftstest?

Zur Sicherung des kulturellen Zwecks der Förderungsmaßnahme wird von der Location Austria ein Eigenschaftstest durchgeführt. Die Förderung wird nur gewährt, wenn das eingereichte Filmprojekt die jeweils erforderliche Anzahl an Kriterien erfüllt und die jeweilige geforderte Anzahl an Punkten erreicht.

Der Eigenschaftstest besteht aus den Teilen „Kultureller Inhalt“, „Filmschaffende“, „Herstellung“ und „Verwertung“. Für jede Übereinstimmung mit den in diesen Teilen genannten Kriterien erhält der Film einen oder mehrere Punkte.

Ein Spielfilm besteht den Eigenschaftstest nur dann, wenn er mindestens vier Kriterien aus Teil A „Kultureller Inhalt“ und eine Mindestanzahl von 51 Punkten aus allen vier Teilen erfüllt.

Ein Animationfilm besteht den Eigenschaftstest nur dann, wenn er mindestens drei Kriterien aus Teil A "Kultureller Inhalt" und eine Mindestanzahl von 46 Punkten aus allen vier Teilen erfüllt.

Ein Dokumentarfilm muss mindestens zwei Kriterien aus Teil A „Kultureller Inhalt“ und eine Mindestanzahl von 36 Punkten aus allen vier Teilen erfüllen.

Bei internationalen Produktionen (Serviceproduktionen) besteht der Test aus drei Teilen, „Kultureller Inhalt“, "Filmschaffende" und „Herstellung“. Eine internationale Produktion besteht den Eigenschaftstest nur dann, wenn der Film mindestens zwei Kriterien aus Teil A „Kultureller Inhalt“ erfüllt. Die zu erreichende Mindestanzahl an Punkten beträgt 38 Punkte.

Den Eigenschaftstest finden Sie in Anlage 2 und 3 in den Förderungsrichtlinien. 

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich in elektronischer Form über den aws Fördermanager. Unbedingt erforderlich ist die Einreichung aller geforderten Antragsunterlagen sowie die Glaubhaftmachung, dass die Finanzierung des Filmprojekts sichergestellt ist.

Anträge können laufend, ohne Berücksichtigung von Antragsterminen, gestellt werden.

Förderungsfähige Herstellungskosten sind prinizpiell ab Antragsdatum anerkennbar. Projekte, deren Dreharbeiten jedoch vor Antragstellung begonnen wurden, sind von einer Förderung ausgeschlossen. Bei internationalen Produktionen (Serviceproduktionen) bezieht es sich auf den Zeitpunkt der Dreharbeiten in Österreich. Der Begriff Dreharbeiten umfasst reale Drehtage sowie virtuelle Drehtage für die Herstellung digitaler Effekte und Animation.

 

Der Förderungsantrag hat insbesondere zu enthalten:

  • Angaben über die oder den Förderungswerbenden (inkl. Referenzfilm)
  • Informationen zum eingereichten Filmprojekt selbst und zu Stab und Besetzung
  • Angaben zur Rechtesituation
  • Termin- und Drehplan
  • ProduzentInnen-Statement über die künstlerischen und wirtschaftlichen Ziele
  • Verwertungskonzept, aus dem die Pläne zur kommerziellen Auswertung des Films hervorgehen sowie ein entsprechender Nachweis (z.B. ein LOI eines Kinoverleihs)
  • Kostenkalkulation der Gesamtherstellungskosten und der förderungsfähigen Herstellungskosten
  • Finanzierungsplan plus die entsprechenden Finanzierungsnachweise
  • Finanzbedarfsplan

 

Auf welcher Grundlage wird die Förderungsentscheidung getroffen?

Entscheidungen trifft die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf Grundlage der Ergebnisse der Prüfung durch ABA und aws. Die ABA ist für die Prüfung der Förderungsvoraussetzungen im Rahmen des kulturellen Eigenschaftstests verantwortlich, die aws für die Prüfung sämtlicher Förderungsvoraussetzungen. ABA und aws haben jeweils nach Abschluss der Prüfung eine Empfehlung über die Förderungswürdigkeit auszusprechen und diese dem Fördergeber zur Genehmigung vorzulegen.

Über vollständige Förderungsanträge wird in der Regel binnen einer Frist von längstens sieben Wochen entschieden.  Die Gewährung der Förderung erfolgt nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Budgetmittel. 

Die Dreharbeiten dürfen nicht später als sechs Monate nach Erhalt des Förderungsanbots durch die aws beginnen. Die Förderungsmittel werden in der Regel in drei Teilbeträgen angewiesen: bei Drehbeginn, bei Vorlage des Rohschnitts und nach Prüfung des Schlusskostenstandes.

WIE FUNKTIONIERT DAS NEUE GENDER GAP FINANCING?

Für österreichische Produktionen und Koproduktionen kann der beantragte FISA-Zuschuss im Rahmen des so genannten Gender Gap Financing um einen Pauschalbetrag von bis zu EUR 25.000.- erhöht werden, wenn das eingereichte Filmprojekt einen definierten Zielwert (Mindestpunkteanzahl) an weiblichen Beschäftigten in Headdepartments erreicht und ein enstprechender Finanzierungsbedarf gegeben ist. Für das Gender Gap Financing bleiben die diversen Obergrenzen zur Berechnung des FISA-Zuschusses unberücksichtigt. 

Es können pro Department nur für eine weibliche Beschäftigte Punkte vergeben werden. Bei zwei oder mehr gleichwertigen Heads ein und desselben Departments werden für die weibliche Beschäftigte 50 Prozent der vorgesehen Punkte des jeweiligen Departments vergeben. Übt eine weibliche Beschäftigte unterschiedliche Heads of Departments aus, können maximal zwei Departments berücksichtigt werden.

Die Aufstellung mit den berücksichtigten Departments, der max. zu erreichenden Punkteanzahl und den Zielwerten finden Sie in der Anlage 4 der Förderungsrichtlinien. 

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